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Vergessene Spuren im Schnee

Der Nordwind fuhr durch meinen Körper und vereiste mein einsames Herz. Seit zwei Tagen hatte ich sie nicht mehr gesehen. Zwei Tage ohne Wärme, ohne Farbe.

Der Schnee knirschte unter meinen Füßen und das Weiß, das vom Himmel fiel, verdeckte meine Spuren, verwischte mein Dasein, meine Vergangenheit. Ich ließ den Kopf hängen und versuchte nicht an sie zu denken.

Sie.

Ein Hund bellte.

Ich ignorierte ihn, ging einfach weiter. Kein bekanntes Gesicht lief mir über den Weg, ich war froh darüber. Was hätten sie über mich, über uns, gedacht, würden sie mich hier sehen? Mittlerweile war es mir egal. Trotzdem war ich froh, nicht mit ihnen reden zu müssen. Ihr Mitleid und ihr geheucheltes Interesse zu ertragen, wäre zu viel gewesen.

Denn sie war nicht da.

Sie.

Der Wind spielte mit dem Schnee, formte Muster, schubste ihn hin und her. Die Schneeflocken ließen es geschehen, unbekümmert, unwissend, naiv.

Wusste sie nicht, wie grausam die Welt war? Hätte ich es ihr sagen sollen?

Nein. Sie hätte gelacht und den Kopf geschüttelt. Wie immer, wenn ich glaubte, sie belehren zu müssen.

Ich lächelte.

Sie.

Die Welt verschwamm vor meinen Augen und etwas Feuchtes lief meine Wange herab.

Eine Träne fiel.

In den Schnee.

Sie ...


© 2004 Sune Donath